Menschen auf der Flucht: Herausgerissen aus gewachsenen Lebenszusammenhängen
bleibt ihnen als einziger Halt oft nur der Verweis auf ihre ethnische Zugehörigkeit. Bildungshintergrund und ehemaliger sozialer Status sind nivelliert. In dieser Situation
müssen sie die meist traumatische Fluchtgeschichte verarbeiten, unter unsicheren
aktuellen Lebensbedingungen, nicht selten noch gemeinsam untergebracht mit Angehörigen
von Ethnien und Volksgruppen, die daheim als Feinde angesehen werden.
- In der Arbeit mit Flüchtlingsgruppen verschiedener Nationalitäten aus Südosteuropa hat inmedio ein vierstufiges Trainingsprogramm entwickelt: Verarbeitung der Vergangenheit, Bewältigung der Fluchtsituation, Entwicklung von Zukunftsperspektiven und Schulung von Flüchtlingen zu KonfliktvermittlerInnen.
- Seit 1993 bringen inmedio-Angehörige kontinuierlich fachliche Beiträge in die Arbeit von Zdravo da ste mit Kriegsflüchtlingen und Displaced Persons in Serbien und der Serbischen Republik ein. Hier greifen psychosoziale Arbeit und wirtschaftliche Stärkung ineinander.
- Bei Teamentwicklung für ein Netzwerk von Flüchtlingsgruppen aus Ruanda, Burundi und Kongo in Kenia ging es darum, den Nutzen von Kooperation und die potenzielle Konkurrenz um Ressourcen vor dem Hintergrund ethnopolitischer Spannungen sorgfältig auszutarieren.